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Sail away, dream your dream…«, singt Joe Cocker in dem bekannten Werbefilm einer norddeutschen Biermarke, in dem die Bark »Alexander von Humboldt« unter hellgrünen Segeln über die Wogen des tiefblauen Meeres dahingleitet.

Und was wohl nur Insider wissen: Die Oldtimer-Segel wurden von den Yachtsegelmachern von Hinsch& Ruhland gefertigt. Auf der langen Referenzliste befinden sich noch ganz andere Namen berühmter Windjammer, zum Beispiel das auf allen Weltmeeren bekannte Schulschiff »Gorch Fock« oder das Kreuzfahrtschiff »Lilli Marleen«.

»An den rund 1100 Quadratmeter Segelfläche für die Bark haben wir mit sieben Leuten über vier Monate lang gearbeitet«, erzählt Matthias Held, der Inhaber von Hinsch & Ruhland. Für die »Gorch Fock« wurden dann sogar fast 2000 Quadratmeter genäht. Das Ausbildungsschiff der Deutschen Marine kennt Held nur zu gut, absolvierte er doch als junger Mann seinen Wehrdienst auf dem Großsegler.

Das Handwerk lernte er bei Hinsch & Ruhland von der Pike auf, wie man zu sagen pflegt, wenn jemand als ein einfacher Lehrling angefangen hat. Wanderjahre in Hamburg und England bei renommierten Segelmachern vervollständigten sein Können und Wissen rund ums Segel. 1996 übernahm Held von seinen Lehrmeisternden Betrieb in Glückstadt an der Elbe und führt ihn seitdem in der Tradition seiner Vorgänger mit großem Erfolg weiter.

Diese hatten sich seit der Firmengründung 1948 auf das Spezialgebiet Traditionssegel für die großen Windjammer konzentriert. Helds zweites Standbein sind die klassischen Segel für Hobby- und Regattasegler, die der Segelmachermeister heute mit modernsten Materialien und mit Hilfe von Computertechnik herstellt.

Sein Standort könnte nicht besser sein – direkt hinter dem Elbdeich, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bootsbaubetrieb »Yachtbau Glückstadt«.

»Die Segel sind die Garderobe des Schiffes. Alles Einzelstücke und maßgefertigt, dem Bootstyp und den Einsatzwünsche des Eigners entsprechend «, so Held.

Sein Betrieb steht für fachkundige Beratung, handwerklich einwandfreie Ausführung individueller Segel sowie deren Anpassung und Reparatur vor Ort.
Ob Regatta- oder Fahrtensegler, die Auswahl des hochmodernen Tuches entscheidet sich heute zwischen gewebten oder laminierten Tüchern, wobei die gewebten aus sehr dünnen Kunststoffgarnen bestehen und zur besseren Festigkeit geharzt sind. Laminierte Tücher hingegen sind mit Folien verstärkte mehrschichtige Kunststoffgelege, im Produktionsverfahren aufwendiger und deshalb teurer. Hat er die Maßangaben für den Bootstyp, konstruiert Held das Segel am Computer. Zuschneiden lässt er die Tuchbahnen in einem Spezialbetrieb. Dabei führt ein mechanischer Schlitten den eingegebenen Daten entsprechend einen millimetergenauen Zuschnitt aus.

Vor dem Vernähen wählt der Kunde das Nähgarn, die Naht und den Stich aus – Kriterien sind hier die Langlebigkeit und die Optik. Segelzahlen, Zeichen, Fenster und Lattentaschen schließlich komplettieren das weiße Dreieck.

Die Segelmacherei ist seit Jahrhunderten eine Kunst für sich. Und Kunst gibt es nicht zum Schnäppchenpreis.
Dazu Matthias Held: »Unter Verwendung von komplettieren besten Materialien können wir nicht billig sein, aber preiswert.«